Das Wichtigste in Kürze

  • Gewinne aus Krypto sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
  • Bei Verkauf innerhalb eines Jahres gilt dein persönlicher Steuersatz.
  • Es gibt eine Freigrenze von 1.000 € pro Jahr – wird sie überschritten, ist der ganze Gewinn steuerpflichtig.
  • Auch der Tausch von einer Kryptowährung in eine andere ist ein steuerlicher Verkauf.

Die Krypto-Steuer funktioniert anders als die Steuer auf Aktien: Kryptowährungen gelten als privates Veräußerungsgeschäft. Wie die Krypto-Steuer genau greift, wann Gewinne steuerfrei sind und was du in der Steuererklärung angeben musst, erklärt dieser Ratgeber. Die Grundlagen findest du auch in Steuererklärung einfach erklärt. Dies ist keine Steuerberatung.

Wie werden Kryptos besteuert?

Kryptowährungen zählen steuerlich zu den privaten Veräußerungsgeschäften nach Paragraf 23 EStG – nicht zum Kapitalvermögen. Das ist ein wichtiger Unterschied: Anders als bei Aktien greift keine pauschale Abgeltungssteuer. Stattdessen kommt es auf die Haltedauer und deinen persönlichen Steuersatz an. Genau das macht die Krypto-Steuer für viele überraschend günstig.

Die Ein-Jahres-Haltefrist

Der wichtigste Hebel: Hältst du deine Coins länger als ein Jahr, ist der Verkauf komplett steuerfrei – egal wie hoch der Gewinn ist. Verkaufst du innerhalb eines Jahres, ist der Gewinn steuerpflichtig. Die Frist läuft ab dem Anschaffungstag. Wer geduldig ist, spart bei der Krypto-Steuer also am meisten.

Die Freigrenze von 1.000 Euro

Für Verkäufe innerhalb eines Jahres gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr. Bleiben deine gesamten privaten Veräußerungsgewinne darunter, zahlst du keine Steuer. Achtung: Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag – überschreitest du sie auch nur um einen Euro, wird der komplette Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber.

Freigrenze oder Freibetrag?

Der Unterschied ist bares Geld wert. Ein Freibetrag bleibt immer steuerfrei, nur der Betrag darüber wird versteuert. Eine Freigrenze dagegen fällt komplett weg, sobald du sie überschreitest. Bei der Krypto-Steuer gilt die strengere Freigrenze – plane Verkäufe deshalb so, dass du knapp darunter bleibst, wenn es sich anbietet.

Krypto-Steuer vs. Abgeltungssteuer

Bei Aktien und ETFs zieht die Bank automatisch die Abgeltungssteuer von 25 Prozent ab – unabhängig von der Haltedauer. Bei Krypto gibt es keinen automatischen Abzug: Du musst die Gewinne selbst angeben, profitierst dafür aber von der Steuerfreiheit nach einem Jahr. Zwei Anlageklassen, zwei völlig unterschiedliche Steuerregeln.

Tausch von Coin zu Coin

Viele wissen es nicht: Tauschst du eine Kryptowährung direkt in eine andere – etwa Bitcoin in Ethereum –, gilt das als Verkauf und Neukauf. Der Gewinn aus dem ersten Coin ist steuerlich relevant, und für den neuen Coin beginnt eine neue Haltefrist. Auch solche Tauschgeschäfte musst du für die Krypto-Steuer dokumentieren.

Mit Krypto bezahlen

Bezahlst du mit Bitcoin, gilt das ebenfalls als Veräußerung. Die Differenz zwischen Anschaffungs- und aktuellem Kurs ist ein steuerlich relevanter Gewinn oder Verlust. Deshalb ist das Bezahlen mit Coins innerhalb der Haltefrist steuerlich oft unpraktisch – nach einem Jahr dagegen unproblematisch.

Staking, Lending und Rewards

Erträge aus Staking oder Lending zählen im Moment des Zuflusses als sonstige Einkünfte und werden mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Für die so erhaltenen Coins beginnt eine eigene Haltefrist. Auch hier gilt nach einem Jahr die Steuerfreiheit beim späteren Verkauf. Notiere Datum und Kurs jedes erhaltenen Rewards.

Mining

Wer schürft, erzielt je nach Umfang private oder gewerbliche Einkünfte. Gelegentliches Mining wird als sonstige Einkünfte behandelt, regelmäßiges und großes Mining kann gewerblich sein. Dann sind zusätzlich Gewerbesteuer und weitere Pflichten möglich. Im Zweifel lohnt sich hier fachlicher Rat.

Die FIFO-Methode

Hast du dieselbe Kryptowährung zu verschiedenen Zeitpunkten gekauft, gilt in der Regel FIFO: „First in, first out“. Die zuerst gekauften Coins gelten als zuerst verkauft. Das ist wichtig für die Berechnung der Haltefrist und des Gewinns. Eine saubere Aufstellung aller Käufe ist deshalb für die Krypto-Steuer unverzichtbar.

Verluste verrechnen

Verluste aus Krypto-Verkäufen kannst du mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen – etwa mit Gewinnen aus anderen Coins im selben Jahr. Nicht genutzte Verluste lassen sich in andere Jahre vor- oder zurücktragen. So mindern schlechte Trades zumindest deine Steuerlast.

Wo trägst du Krypto ein?

Krypto-Gewinne gibst du in der Anlage SO (sonstige Einkünfte) deiner Steuererklärung an. Eine gute Steuersoftware oder ein spezialisiertes Krypto-Steuer-Tool importiert deine Transaktionen und berechnet Gewinne samt Haltefrist automatisch. Das erspart viel manuelle Arbeit, gerade bei vielen Trades.

Steuerreports und Tools

Viele Börsen bieten einen Export deiner Transaktionen an. Spezialisierte Dienste lesen diese ein und erstellen einen fertigen Steuerreport. Das ist besonders praktisch, wenn du auf mehreren Plattformen handelst. Prüfe den Report trotzdem stichprobenartig, denn die Verantwortung für die korrekte Krypto-Steuer bleibt bei dir.

Bitcoin-ETN werden anders besteuert

Investierst du statt in echte Coins in einen Bitcoin-ETN im Wertpapierdepot, greift die Abgeltungssteuer wie bei Wertpapieren – die Ein-Jahres-Regel gilt dann nicht. Die Wahl des Produkts entscheidet also über die Besteuerung. Wer die Steuerfreiheit nach einem Jahr nutzen will, muss echte Coins halten.

Ein Rechenbeispiel

Du kaufst Bitcoin für 5.000 Euro und verkaufst nach acht Monaten für 6.500 Euro – Gewinn 1.500 Euro. Da du unter einem Jahr verkaufst und über der Freigrenze von 1.000 Euro liegst, ist der komplette Gewinn steuerpflichtig. Hättest du länger als ein Jahr gehalten, wäre er komplett steuerfrei gewesen.

NFTs und Steuer

Auch Gewinne aus dem Verkauf von NFTs fallen unter die privaten Veräußerungsgeschäfte. Es gelten dieselben Regeln wie bei Coins: nach einem Jahr steuerfrei, innerhalb eines Jahres steuerpflichtig, mit einer Freigrenze von 1.000 Euro. Wer NFTs handelt, sollte Kauf- und Verkaufsdaten ebenso sorgfältig dokumentieren wie bei Kryptowährungen – gerade weil die Kurse hier oft besonders stark schwanken.

Fristen und Nachweispflicht

Die Steuererklärung gibst du bei bestehender Pflicht bis zum 31. Juli des Folgejahres ab. Du bist selbst verpflichtet, deine Krypto-Gewinne korrekt anzugeben – das Finanzamt erhält zunehmend Daten von Börsen und Plattformen. Bewahre alle Transaktionsnachweise mehrere Jahre auf, damit du im Zweifel jeden Kauf und Verkauf lückenlos belegen kannst.

Häufige Fehler

Typische Fehler sind: Tauschgeschäfte nicht als Verkauf zu erkennen, die Freigrenze mit einem Freibetrag zu verwechseln und Transaktionen nicht zu dokumentieren. Auch Staking-Rewards werden oft vergessen. Wer von Anfang an sauber dokumentiert, spart sich bei der Krypto-Steuer viel Ärger mit dem Finanzamt.

Häufige Fragen zur Krypto-Steuer

Wann sind Krypto-Gewinne steuerfrei?

Nach mehr als einem Jahr Haltedauer sind Gewinne komplett steuerfrei – unabhängig von der Höhe.

Wie hoch ist die Freigrenze?

1.000 Euro pro Jahr für private Veräußerungsgeschäfte. Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.

Ist der Tausch von Coins steuerpflichtig?

Ja. Ein Tausch gilt als Verkauf des einen und Kauf des anderen Coins und ist innerhalb der Haltefrist steuerlich relevant.

Quellen & weiterführende Informationen


Risikohinweis & Transparenz: Kryptowährungen sind hochspekulativ; Verluste bis zum Totalverlust sind möglich. Dieser Artikel ist keine Anlage- oder Steuerberatung. Er kann Werbe-/Affiliate-Links enthalten – für dich ohne Mehrkosten.

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Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.