Das Wichtigste in Kürze

  • Sein Girokonto wechseln kann heute jeder unkompliziert – der gesetzliche Kontowechselservice hilft dabei.
  • Daueraufträge und Lastschriften werden automatisch übertragen.
  • Plane einen Übergangszeitraum ein, bevor du das alte Konto schließt.
  • Ein Wechsel lohnt sich für bessere Konditionen oder eine Neukundenprämie.

Viele bleiben aus Bequemlichkeit bei ihrem alten Konto – dabei ist ein Wechsel dank Wechselservice schnell erledigt. So gehst du vor. Welches Konto sich lohnt, zeigt der Girokonto-Vergleich.

Warum überhaupt wechseln?

Gute Gründe sind hohe Gebühren beim alten Konto, schlechtere Konditionen – oder eine attraktive Neukundenprämie beim neuen Anbieter.

Der Kontowechselservice

Banken sind gesetzlich verpflichtet, beim Wechsel zu helfen. Über den Kontowechselservice werden deine Zahlungspartner informiert sowie Daueraufträge und Lastschriften auf das neue Konto übertragen – meist digital in wenigen Schritten.

Schritt für Schritt

  1. Neues Konto eröffnen (idealerweise mit Prämie).
  2. Kontowechselservice starten – die neue Bank übernimmt die Umstellung.
  3. Zahlungspartner prüfen: Arbeitgeber, Versicherungen, Abos auf das neue Konto umstellen (macht der Service meist automatisch).
  4. Übergangszeit lassen: altes Konto erst leeren und schließen, wenn alles sauber umgestellt ist.
  5. Altes Konto kündigen – formlos und in der Regel kostenlos.

Worauf du beim alten Konto achten solltest

  • Keine offenen Lastschriften oder ausstehenden Zahlungen mehr.
  • Eventuelles Restguthaben oder einen Dispo ausgleichen.
  • Die neue IBAN rechtzeitig an wichtige Zahlungspartner geben.

So funktioniert der Kontowechselservice

Seit dem Zahlungskontengesetz sind Banken verpflichtet, dir beim Wechsel zu helfen. Beim Kontowechselservice informiert die neue Bank alle Zahlungspartner – Arbeitgeber, Versicherungen, Vermieter sowie Strom- und Mobilfunkanbieter – über deine neue IBAN und überträgt bestehende Daueraufträge und Lastschriften. Du erteilst dafür nur eine Vollmacht; den Rest erledigt die neue Bank meist innerhalb weniger Tage. Verbraucherinformationen rund um Zahlungskonten bündelt die BaFin.

Wann sich ein Wechsel lohnt

Ein Girokonto wechseln lohnt sich vor allem, wenn dein aktuelles Konto Gebühren kostet, während viele Banken kostenlose Konten anbieten. Auch hohe Dispozinsen, schlechter Service oder eine umständliche App sind gute Gründe. Hinzu kommt der finanzielle Anreiz: Viele Banken zahlen eine Wechselprämie von teils über 100 €. Wer ohnehin unzufrieden ist, nimmt diesen Bonus direkt mit.

Häufige Stolperfallen

Die größte Gefahr ist, das alte Konto zu früh zu schließen. Lass es so lange offen, bis alle wichtigen Zahlungen sicher umgezogen sind – idealerweise ein bis zwei Monate. Prüfe, ob noch ein Dispo auszugleichen ist und ob dein Restguthaben überwiesen wurde. Denk außerdem an Zahlungsdienste wie PayPal oder Abos, die du manuell auf die neue IBAN umstellst, da sie der Wechselservice nicht immer erfasst.

Checkliste für den Wechsel

Vorher: neues Konto im Girokonto-Vergleich auswählen und eine mögliche Prämie sichern. Während: Kontowechselservice nutzen, neue Karten aktivieren, Zahlungspartner prüfen. Danach: alle Buchungen rund einen Monat kontrollieren und anschließend das alte Konto kündigen. So gelingt das Girokonto wechseln stressfrei – meist innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Was kostet ein Kontowechsel?

Der Kontowechsel selbst ist kostenlos – Banken dürfen dafür kein Entgelt verlangen. Höchstens indirekt können Kosten entstehen, etwa wenn beim alten Konto bis zur Kündigung noch Gebühren anfallen. Unterm Strich ist ein Wechsel fast immer ein Plus, besonders in Kombination mit einer Wechselprämie.

Girokonto wechseln ohne Wechselservice

Du musst den Kontowechselservice nicht nutzen – ein Girokonto wechseln geht auch manuell. Dann teilst du Arbeitgeber, Versicherungen und Anbietern deine neue IBAN selbst mit und richtest Daueraufträge neu ein. Das ist etwas mehr Aufwand, gibt dir aber volle Kontrolle darüber, welche Zahlungen umziehen.

Praktisch ist eine kurze Übergangsphase, in der beide Konten parallel laufen. So fällt sofort auf, falls eine Lastschrift noch aufs alte Konto läuft. Wer ein Girokonto wechseln möchte, sollte das alte Konto erst schließen, wenn einen Monat lang keine Buchungen mehr eingehen.

Ob mit Service oder manuell: Ein Girokonto wechseln lohnt sich fast immer, wenn du dadurch Gebühren sparst oder eine Prämie mitnimmst. Den passenden Anbieter findest du im Girokonto-Vergleich.

Wann du dein Girokonto wechseln solltest

Ein guter Anlass, das Girokonto zu wechseln, ist meist ein konkreter Auslöser: steigende Kontoführungsgebühren, schlechter Service oder ein deutlich besseres Angebot der Konkurrenz. Auch ein Umzug, ein Jobwechsel oder der Start ins Berufsleben sind typische Momente, in denen sich ein frischer Blick auf die Kontokonditionen lohnt.

Den einen perfekten Zeitpunkt gibt es nicht – wichtiger ist, dass keine größeren Zahlungen unmittelbar anstehen. Plane den Wechsel so, dass Gehalt, Miete und Daueraufträge sauber übergeben werden können. Wer sein Girokonto wechseln will, sollte das alte Konto erst dann schließen, wenn alle Lastschriften zuverlässig auf das neue Konto umgezogen sind und der letzte Gehaltseingang dort angekommen ist.

Auch mit laufendem Dispo oder einem negativen Schufa-Eintrag ist ein Wechsel möglich. Viele Direktbanken bieten ein Girokonto auf Guthabenbasis an, das ohne Bonitätsprüfung auskommt. So kannst du dein Girokonto wechseln, selbst wenn die bisherige Hausbank dir keine besseren Konditionen einräumt. Einen offenen Dispo solltest du vorher möglichst ausgleichen oder zur neuen Bank umschulden.

Halte nach dem Wechsel für einige Wochen beide Konten im Blick. So erkennst du, ob wirklich alle Zahlungspartner – von Arbeitgeber über Versicherungen bis zu Streamingdiensten – die neue Bankverbindung übernommen haben. Erst wenn rund drei bis vier Wochen lang nichts mehr auf dem alten Konto eingeht, kannst du es bedenkenlos kündigen.

Häufige Fragen

Was passiert mit Daueraufträgen beim Wechsel?

Daueraufträge und Lastschriften werden über den Kontowechselservice automatisch auf das neue Konto übertragen. Die neue Bank informiert deine Zahlungspartner über die geänderte Bankverbindung. Kontrolliere nach dem Wechsel trotzdem die ersten Kontoauszüge, damit wirklich jede regelmäßige Zahlung korrekt umgestellt wurde und nichts doppelt oder gar nicht ausgeführt wird.

Kann ich mein Girokonto wechseln, ohne das alte sofort zu kündigen?

Ja, das ist sogar empfehlenswert. Eröffne zuerst das neue Konto, richte den Kontowechselservice ein und lass beide Konten einige Wochen parallel laufen. Erst wenn alle Zahlungen sicher umgezogen sind, kündigst du das alte Konto – so geht keine Lastschrift verloren.

Bleibt meine Kontonummer beim Wechsel gleich?

Nein, beim neuen Konto erhältst du eine neue IBAN. Genau dafür gibt es den Kontowechselservice: Er informiert deine Zahlungspartner automatisch über die neue Bankverbindung. Wer sein Girokonto wechseln möchte, muss anschließend nur prüfen, ob wirklich alle wichtigen Partner umgestellt wurden.

Wie lange dauert ein Kontowechsel?

Die Eröffnung ist in Minuten erledigt; die vollständige Umstellung der Zahlungen dauert je nach Service einige Tage bis wenige Wochen.

Ist der Wechsel kostenlos?

In der Regel ja – sowohl der Wechselservice als auch die Kündigung des alten Kontos sind üblicherweise gebührenfrei.


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Jens Schreiner
Autor
Jens Schreiner
Jens beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit privaten Finanzen – von Girokonten und Tagesgeld über ETF-Depots bis zu Kreditkarten und Versicherungen. Beruflich in der IT zu Hause, geht er Finanzthemen analytisch und datengetrieben an: Er vergleicht Konditionen im Detail, probiert Kontoeröffnungen und Neukundenangebote selbst aus und übersetzt komplizierte Produkte in verständliche Sprache. Auf Sparnia zeigt er, wie man mit cleveren Vergleichen und Neukundenangeboten bares Geld spart und verdient – unabhängig, transparent und nachvollziehbar.